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Polizeibericht vom 8.2.2013


Polizeibericht des Polizeipräsidiums Schwaben Nord / Augsburg

vom 08.02.2013 - Betrügerischer Teppichreiniger - Geschädigte gesucht

 

AUGSBURG/FRIEDBERG:

Ein 32-jähriger mutmaßlicher Betrüger, gegen den jetzt in mehreren Bundesländern ermittelt wird, hat seit Herbst 2012 offenbar überwiegend Senioren aus Stadt und Landkreis mit einer vermeintlichen Teppichreinigungsmasche hereingelegt und dabei kräftig abkassiert.

Der Mann, der sich mittlerweile nicht mehr in Augsburg aufhält, hatte mit auffälligen Inseraten in Zeitungen mit seiner Firma („Teppich-Klinik“) geworben und dort entsprechende Dienstleistungen angeboten. Unter anderem warb er darin für professionelle Teppichwäsche und entsprechender Reparatur. Die Preise begannen ab 7 Euro pro Quadratmeter und ein Gutschein im Wert von 50 Euro zum Ausschneiden war auch gleich mit dabei. Insbesondere wurde der spezielle Seniorenservice („Anruf genügt!“ ) angepriesen und die Begutachtung des alten (wertvollen) Teppichs und dessen Verkauf zu Höchstpreisen in Aussicht gestellt.

Bei mindestens einer Seniorin aus dem Raum Friedberg kam der Geschäftsmann mit eben jener Anzeige zum Zug: Die Dame wollte aus Platzgründen eigentlich zwei Teppiche verkaufen und deshalb zuvor reinigen lassen, weshalb ihr diese Anzeige mit den oben beschriebenen, vermeintlich günstigen Konditionen gerade recht kam.

Bei einem Besichtigungstermin stellte sich der Mann als „Hasani Ciral“ (tatsächlich nicht existent) vor und erklärte der Frau, dass es sich bei ihren Teppichen um sehr wertvolle Stücke handeln würde. Aber der derzeitige Zustand der Ware würde einen Verkauf nahezu unmöglich machen. Allerdings nach einer entsprechend schonenden Bio-Reinigung in seiner Teppichklinik würde locker ein Verkaufserlös von 10.000 Euro und mehr zu erzielen sein. Er selbst würde sich persönlich darum kümmern, die Teppiche fotografieren und in einem Spezialkatalog aufnehmen.

Trotz anfänglichem Misstrauen gelang es dem Mann, die Rentnerin angesichts des zu erwartenden 5-stelligen Verkaufserlöses, zu einer aufwendigen Teppich-Reinigung zu überreden, die allerdings mit 3.000 Euro zu Buche schlägt. Sie müsse die Summe auch nicht auf einmal bezahlen, was der Seniorin letztlich auch entgegenkam.

Als die vermeintlich professionell gereinigten Teppiche zu einem späteren Zeitpunkt Anfang Oktober 2012 wieder zurückgebracht wurden, verlangte der Täter 2.000 Euro in Bar. Die restlichen Tausend Euro könne die Seniorin dann bei Übergabe des von ihm erstellten Spezialkataloges bezahlen. Als die Geschädigte am nächsten Tag feststellte, dass sich an einem Teppich nach der „Spezialbehandlung“ eine Ecke auflöste, wurde ihr nach einem Anruf bei der Teppichklinik eine umgehende Instandsetzung zugesagt, auf die sie allerdings noch immer wartet.

Die vermeintlich wertvollen Teppiche wurden zwischenzeitlich von Spezialisten begutachtet, die deren Wert auf einen unteren 3-stelligen Betrag taxierten. Die Reinigungskosten für beide Teppiche hätten dabei maximal 370 Euro kosten dürfen und stehen somit in keiner Relation zum tatsächlichen Zeitwert.

Der betrügerische Teppichreiniger betreibt sein „Geschäft“ in Augsburg-Oberhausen, wo er lediglich einen Geschäftsraum mit einer Vitrine und einem Schreibtisch angemietet hatte, seitdem nicht mehr und wurde dort auch nicht mehr gesehen. Er ist mit seiner Masche derzeit in anderen Bundesländern unterwegs, wo sich mittlerweile bundesweit rund 50 Geschädigte bei der jeweiligen Polizei gemeldet haben.

Die Kripo Augsburg sucht nun im Zuständigkeitsbereich des PP Schwaben Nord noch weitere Geschädigte, die sich bislang möglicherweise gescheut haben, Anzeige gegen den Mann zu erstatten.

Er war im Großraum Augsburg mobil mit einem schwarzen VW Passat mit Karlsruher Kennzeichen unterwegs.

Hinweise bitte an die KPI Augsburg, unter der Tel. Nr.: 0821/323-3810.